Schreibwerkstatt wozu?

Wozu eine Schreibwerkstatt für Hochzeitsredner?

 

Eine Hochzeit ist ein ganz besonderer Anlass: Für das Brautpaar soll es der schönste Tag im Leben werden. Die Traurednerin bzw. der Trauredner spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle: Ist sie bzw. er es doch, der die Geschichte des Paares und den besonderen Charakter dieser Liebe unverwechselbar auf den Punkt bringt – heitere Leichtigkeit sollte in diesem Part nicht zu kurz kommen!

 

In der Regel schließen sich daran Ausführungen zum Trauspruch respektive -gedicht an. Hier ist ein wacher Geist gefragt, der einige Geheimnisse der Liebe für das Paar und die Hochzeitsgesellschaft zu entschlüsseln vermag – und das in einer leicht zugänglichen Sprache, die den Gehalt nicht banalisiert. So manch eine Hochzeitsrede ist so zu einem feinen Kompass im späteren Ehealltag geworden.

 

Nicht nur beim Herzstück der Zeremonie, dem Eheversprechen samt Ringwechsel und Hochzeitskuss, wird schließlich gewünscht, dass die Rednerin, der Redner auch einen gewissen feierlichen Ernst ausstrahlt.

 

Eine Hochzeitsrede, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt, vereint somit ganz verschiedene Qualitäten. All diese werden in der Schreibwerkstatt angesprochen und eingeübt.

Wie anfangen?

Die Schreibwerkstatt vermittelt zunächst verschiedene kreative Schreib- und Gliederungstechniken, die den Gedankenfluss in Gang bringen und zugleich eine erste Ordnung schaffen – Schreibblockaden tauchen so erst gar nicht auf!

 

Noch bevor aber der erste Buchstabe auf dem Blatt bzw. Bildschirm erscheint, geht es darum, ein inneres Bild von dem Brautpaar in sich zu entwickeln; dabei hilft eine kurze Imaginationsübung. Das ist hilfreich, denn der Schreibprozess gewinnt auf diese Weise eine erste Richtung.

 

Wenn schließlich der Rohtext vorliegt, beginnt die Zeit der akribischen Überarbeitung. Da ein Zuhörer – anders als ein Leser – den Text nicht wiederholt nachlesen kann, ist es oberstes Gebot für einen Redner, dass sein Text verständlich und nachvollziehbar ist. Dafür gibt es klare Regeln, die in der Schreibwerkstatt vermittelt werden.

 

Doch damit nicht genug: Eine Hochzeitsrede hinterlässt nur dann einen bleibenden Eindruck, wenn sie auch anschaulich, konkret und abwechslungsreich – kurz: wenn sie lebendig gestaltet ist. Dies ist vor allem eine Frage des Stils.

 

Außerdem braucht es: eindrückliche Details, exemplarische Geschichten aus dem Leben des Brautpaares – und natürlich auch eine gewisse Portion Humor! All das fügt sich nur zusammen, wenn im Gespräch mit dem Paar gut vorgearbeitet wurde: In der Schreibwerkstatt geht es deshalb auch um hilfreiche Interviewtechniken.

 

Auf keinen Fall darf die Hochzeitsrede schematisch und trocken sein – vielmehr: ein Portrait soll entstehen, das die Zuhörer nach der Zeremonie zu der Aussage verführt: „So gehaltvoll, so feierlich, so humorvoll!“

 

Autor und Dozent:  Dr. phil. Thomas Oser
Hochzeits- und Festredner